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Festspielpreise 2016

Geehrt wurden Hauke Berheide, Tareq Nazmi, die Souffleure und Souffleusen sowie die Inspizienten und Inspizientinnen der Bayerischen Staatsoper.

Für einen besonderen Augenblick an diesem Abend sorgte Hauke Berheide. Er hat für die Preisverleihung ein Stück komponiert, das uraufgeführt wurde. Zuvor zeichnete ihn die Jury für seine Oper „Mauerschau“ aus, die Heinrich von Kleists „Penthesilea“ in das Kriegsgeschehen unserer Zeit versetzt. Das Werk feierte bei den Münchner Opernfestspielen 2016 Premiere. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschrieb die Oper als „Zierde“ der Opernfestspiele.

Der Bassist Tareq Nazmi gehörte seit 2012 dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper an. Während der Spielzeit 2015/16 wirkte er in insgesamt neun Inszenierungen mit, darunter drei Premieren. Kritikern fiel Tareq Nazmi auch in kleineren Rollen auf. In der Ballettoper „Les Indes galantes“ verkörperte er bei den Opernfestspielen 2016 den „großmütigen Türken“ Paschas Osman. Der Münchner Merkur beschrieb Tareq Nazmi als „Bass-Feingeist, der nie ins Poltern gerät und schon beim Betreten der Bühne Aufmerksamkeit ansaugt.“ Tareq Nazmi verlässt mit Ablauf der Spielzeit 2015/16 das Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Wir sehen den Preis auch als Abschiedsdank.

Die Gesellschaft zur Förderung der Münchner Opernfestspiele zeichnet traditionell auch die im Hintergrund wirkenden Mitarbeiter mit den Festspielpreisen aus. Sie tragen wesentlich zum Erfolg eines Opernhauses bei. In diesem Jahr wurden die Souffleure und Souffleurinnen im Künstlerischen Betriebsbüro der Staatsoper geehrt. Sie helfen den Sängerinnen und Sänger bei Texthängern. Ihre beruflichen Anforderungen sind stark gestiegen. Opern werden in fast allen deutschen Häusern mit fremdsprachigen Libretti in der Originalsprache gesungen. Das gilt auch für die Bayerische Staatsoper. Hier wurden Werke in der Saison 2015/16 neben Deutsch, in englischer, französischer, russischer und tschechischer Sprache aufgeführt. Nur selten wirken in diesen Inszenierungen Sängerinnen und Sänger mit, für die das die Muttersprache ist. Umso wichtiger ist für sie die Unterstützung der Souffleure und Souffleurinnen.

Auch die Inspizienten und Inspizientinnen erhielten 2016 einen Festspielpreis. Sie sind die der Dreh- und Angelpunkt einer Aufführung. Der englische Begriff „Stage Manager“ beschreibt ihr umfassendes Aufgabenspektrum sehr gut. Die Inspizienten sind verantwortlich für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf einer Vorstellung. Selbst das Publikum nimmt sie wahr, obwohl sie nicht im Rampenlicht stehen: Etwa wenn sie mit einem Klingelzeichen den Beginn und das Ende der Pausen einleiten. Die Staatsoper München verdankt ihren Inspizienten eine weitgehend pannenfreie Spielzeit. Die Auszeichnung bei den Festspielpreisen 2016 haben sie mehr als verdient.